Politische Profilierung auf Kosten armer Kinder?!

Veröffentlicht am 03.02.2012 in Jugend

Die Jusos im Barnim kritisieren die, von dem Vorsitzenden der Linken im Barnim, Sebastian Walter und der Landtagsabgeordneten Margitta Mächtig, vorgebrachten Behauptungen und Forderungen zur Kinderarmut im Barnim.
Unser Anliegen ist es dabei nicht, das Problem Kinderarmut auszusitzen und unter den Tisch zu kehren sondern politische Forderungen, mit dem Anspruch zu stellen, dass diese auch nützlich für die Betroffenen sind, anstatt sich über die Medien zu profilieren.

Quellenkritik wäre angebracht!

Der jüngsten, sehr reißerisch formulierten Äußerungen zur Kinderarmut, liegt ausgerechnet eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zugrunde, eine Denkfabrik die in der Vergangenheit, auf sehr undemokratischem Wege, mit geholfen hat, dem neoliberalen Mainstream den Weg zu bereiten. Sie ist somit letztlich, für die Grundlage der wachsenden Kinderarmut in Deutschland, mitverantwortlich. Auf Daten einer Studie greift man deshalb nicht nur dann zurück, wenn diese valide und für das eigene politischen Ziel nützlich erscheinen, sondern wenn man auch den Sinn und Zweck der Studie und die Intension ihrer Urheber vorher kritisch hinterfragt hat.
Das gehört für uns zum sauberen politischen Handwerk dazu.

Die Linke reproduziert Vorurteile gegen sozial Schwache

Dieser Vorwurf mag hart klingen, aber obwohl die Linken es sicher nicht so meinen, trifft dies im Kern die Quintessenz des Textes der Linken. So wird das Einschreiten des Jugendamtes für Kinder aus sozial benachteiligten Familien gefordert. Diese Forderung geht weit an die bundesgesetzlich geregelten Aufgaben eines Jugendamtes vorbei.
Jugendämter sind u.a. für den Schutz von Jugendlichen und Kinder im Falle von Vernachlässigung und Missbrauch zuständig, nicht für das Aufsuchen sozial schwacher Familien. Man stelle sich vor, was das im Alltag bedeuten würde: Ein Einkommensbezieher in der Familie wird schwer krank und kann seinen Anteil zum Familieneinkommen nicht mehr beitragen, die Familie bekommt finanzielle Probleme und muss Hilfe beantragen.
Sofort klingelt das Jugendamt und mahnt den guten Zugang der Kinder zur Bildung an. Es ist nicht auszudenken, was so ein Vorgang in dieser Familie auslösen würde.
Der eigentliche Skandal für uns ist, dass ausgerechnet die Partei Die Linke dabei, unbewusst, Vorurteile und Klischees gegen sozial schwächer gestellte Menschen reproduziert. Arm heißt hier immer unfähig, Kinder zu erziehen und unfähig, Kindern Bildung zu ermöglichen und damit ein Fall für das Jugendamt zu sein. In der jüngeren deutschen Vergangenheit finden sich genug Beispiele, wo ähnlich mit sog. "Asozialen" umgegangen wurde. Das möchten wir nicht zurück haben!
Wie gesagt, wir gehen davon aus, dass die Linken es nicht so meinen, trotzdem sollten sie ihre Äußerungen diesbezüglich überdenken. Auch die Forderung eines ominösen Bündnisses gegen Kinderarmut wird nicht weiter ausgeführt. Was soll diese Runde denn genau machen?

Was ist also zu tun?

Wir erkennen Kinderarmut als dringendes Problem in der Gesellschaft an.
Es ist tatsächlich fünf nach zwölf. Deshalb engagieren sich viele Jusos (auch gegen ihre Partei) für die Abschaffung der Hartz-IV Gesetze. Auf Kreisebene fordern wir, im Sinne des vorsorgenden Sozialstaates, mehr Prävention, eine gute Jugendarbeit und die Förderung von außerschulischen Angeboten, wie Unterstützung eines breit gefächerten
ehrenamtlichen Engagements von und für Jugendliche und Kindern, nicht nur in Sportvereinen. Außerdem kann bspw. das Barnim-Stipendium gegebenenfalls an soziale Kriterien gebunden werden. Die Bildungsinitiative Barnim und das Netzwerk gesunde Kinder bilden ebenfalls gute Grundlagen auf die man aufbauen kann.
Wir laden die Linken ein, mit uns sachlich, jenseits von reißerischer Profilierung, an vernünftigen Lösungen auf Kreisebene zu arbeiten.

 

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